Home-Office als flexibles Modell

Home-Office als flexibles Modell in Arbeitsverhältnisse einzubauen, steigert Ihre Arbeitgeberattraktivität. Es ist wichtig, klar zu kommunizieren und festzulegen, wie Sie Ihr Home-Office Modell gestalten. Im folgenden Beitrag zeigen wir Ihnen, auf welche Aspekte Sie bei der Integration in Ihr Unternehmen achten sollten. Home Office ist kein Ausweg, sondern eine Chance, um Mitarbeiterbindung zu fördern.

 

Home-Office ist die Zukunft

Darf man aktuellen Umfragen und Studien, wie der OGM-Studie , bei der mehr als 300.000 Personen mitgewirkt haben, trauen, so kann angenommen werden, dass Home-Office nicht nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern auch ein Modell ist, das in der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken ist. Während den Anfängen der Corona Krise waren über 1,5 Mio. ArbeitnehmerInnen im Home-Office (ca. 39% aller österreichischen Unselbständigen). Angesichts der ungewissen Tatsache, wie sich der Corona Status in Österreich im Laufe den nächsten Wochen entwickeln wird, gilt es für Unternehmen frühzeitig Maßnahmen zu entwickeln, damit ein „Crash“ wie im vergangenen Jahr vermieden werden kann. Die gesellschaftliche Relevanz der Thematik ist wohl kaum zu übersehen und der Ruf nach einer angemessenen Lösung unabdingbar.

 

Rechtlicher Aspekt

Um ein sinnvolles Verhältnis zwischen Büropräsenz und Home-Office zu schaffen sind aus arbeitsrechtlicher Perspektive gewisse Vorschriften zu beachten. Die aus der Covid-19-Pandemie resultierten Gesetzesnorm § 2h AVRAG schafft neuerdings Klarheit, was unter Home-Office zu verstehen ist. Demnach handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn, welche nur im Einvernehmen der beiden Parteien geregelt werden darf. Diese kann sogar konkludent getroffen werden. Eine schriftliche Einigung ist jedoch zu empfehlen. Davon abgesehen kann Home-Office in Ausnahmefällen (z.B. Pandemie) auch einseitig angeordnet werden. Aber Achtung: Diesfalls bedarf es auf jeden Fall einer notwendigen Individualvereinbarung, die nach arbeitsvertraglichen Grundsätzen geregelt werden muss.

Tipp: Communication is Key – Wenn eine Home-Office Vereinbarung im Arbeitsvertrag geregelt ist, sollten ArbeitnehmerInnen vor ihrem ersten Antritt die Inhalte mit dem/der ArbeitgeberIn abstimmen und Klarheit schaffen.

 

Home-Office als Chance

Ob Home-Office ins Arbeitsverhältnis integriert werden kann, hängt natürlich davon ab, ob die vereinbarte Arbeitsleistung auch vom Wohnort ausführbar ist. Sollte dies der Fall sein und sowohl aus Arbeitnehmerperspektive als auch aus Arbeitgebersicht die Möglichkeit bestehen, bietet sich eine Home-Office Vereinbarung als Chance für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz an. In weiterer Folge ist klarzustellen, wann Büropräsenz und wann Home-Office gelten soll.

 

Orientierungspunkte

Wenn Sie die Integration von Home-Office als Chance zur Mitarbeiterbindung nutzen wollen, sollten Sie unterschiedliche Faktoren beachten. Wir von PERSOLISTA empfehlen Ihnen drei Orientierungspunkte:

 

  • Unternehmenskultur: Vertrauen im Home-Office

Gerade zu Beginn der Pandemie stellte sich für viele Unternehmen gezwungenermaßen die Frage nach dem Vertrauen an ihre MitarbeiterInnen. Es stand u.a. die Frage im Raum, ob man sich auf ArbeitnehmerInnen im Home-Office wirklich verlassen kann. Viele Unternehmen haben die Situation zähneknirschend hingenommen. Nachdem der äußere Zwang zum Home-Office nun wegzufallen scheint, kommt dieses Thema wieder zu Tage. Arbeiten MitarbeiterInnen im Home-Office genauso produktiv und zuverlässig, wie im Büro? Unser Ansatz: Motivation und Vertrauen – am besten versuchen Sie es einfach. Wenn sich ihre Angestellten zuhause wohler fühlen, werden sie wahrscheinlich sogar bessere Arbeit leisten als im Büro. Sie sind sich nicht sicher? Am besten setzen Sie sich für jedes Monat gemeinsam attraktive und erreichbare Ziele. So wissen alle, wo es hinführen soll und Sie können die Fortschritte besser nachvollziehen.

 

  • Mitarbeiterbindung durch Beachtung der Individualität

Wie unterschiedlich die Präferenzen von uns Menschen sind, zeigt sich auch in der Diskussion rund um Home-Office und Büropräsenz. Während die einen am liebsten die ganze Zeit aus nur von zuhause arbeiten würden, verbringen die anderen gerne 100% der Arbeitszeit im Büro. In dieser Individualität liegt ein wichtiger Drehpunkt für die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden. Seien Sie sich bewusst, dass jeder Ihrer Mitarbeitenden andere Wünsche und Bedürfnisse hat. Im besten Fall stellen Sie es jedem frei, ob er/sie von zuhause aus arbeiten möchte oder seine/ihre Zeit lieber im Büro verbringt. Ihre MitarbeiterInnen  werden es Ihnen danken.

 

  • Transparenz und Kommunikation bei Büropräsenz

In vielen Fällen ist Büropräsenz einfach unumgänglich. Da hilft nur Transparenz und Kommunikation. Sobald Mitarbeitenden verstehen, warum eine Anwesenheit im Büro wichtig ist, werden sie diese auch leichter akzeptieren. Versuchen Sie dennoch, so viel Flexibilität wie möglich zu schaffen. Beispielsweise können sie ein oder zwei fixe Bürotage festlegen, die übrigen Tage stellen Sie die Entscheidung frei. Kontrollieren Sie hier immer wieder: ist die Büropräsenz noch nötig oder hat sich die Situation so verändert, dass mehr Flexibilität möglich ist?

 

Wenn Sie sicher sind, dass eine Büropräsenz für Ihr Unternehmen effektiver ist als Home-Office, sollten Sie den Angestellten eine Rückkehr ins Büro möglichst angenehm und motivierend gestalten. Denn glückliche MitarbeiterInnen bringen mehr.

 

Bei der Umsetzung wünschen wir Ihnen viel Erfolg.

Corinna & Ingo