Aufgedeckt. Positiven Emotionen auf der Spur.

In Bewerbungsgesprächen stelle ich oft die Frage, was Menschen brauchen, um glücklich und zufrieden im Job zu sein. Für welche Themenbereiche sie zukünftig verantwortlich sein möchten und wie ihr Bild von der beruflichen Zukunft aussieht.

Klingt leicht. Ist es aber nicht. Für viele GesprächspartnerInnen wird diese Frage zu einer Herausforderung. Wann nehmen wir uns schon die Zeit, um unserem beruflichen Spaßfaktor auf den Grund zu gehen?

Jetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

Wenn Sie mitmachen wollen, dann nehmen Sie sich doch jetzt bitte einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und nehmen Sie sich die Zeit für folgende Übung:

 

1. Zeichnen Sie ein Koordinatensystem

Die X-Achse ist die Zeitachse mit einem Startpunkt 0 und einem Ende mit dem Tag an dem Sie die Übung durchführen. Die Y-Achse ist der Spaßfaktor – die positiven Gefühle, die Sie im Job verspürt haben. Die Y-Achse hat den Startpunkt 0 und den Endpunkt 10 – 10 steht für absolutes Wohlbefinden.

2. Rückblick

Gehen Sie nun gedanklich Ihre bisherigen Jobs durch – vom ersten Job, vielleicht war es auch ein Praktikumsplatz bis heute. Zeichnen Sie Ihre Wahrnehmung rückblickend in Form eines Trends über die ganze Berufstätigkeit ein. Wann ging es Ihnen gut, wann hatten Sie Spaß im Job, wann weniger. Am Ende der Übung haben Sie vermutlich eine Kurve auf Ihr Blatt gezeichnet, die einem Trend gleicht oder einigen Herzschlägen. Vermutlich gab es Up’s and Down’s in den einzelnen Jobs. Das ist bei vielen Menschen so. Glück hat der, der gleich ab dem ersten Job den Spaßfaktor für sich verbuchen kann.

3. Interpretation Ihrer Kurve

Schauen Sie sich nun Ihre Spaßfaktor-Kurve nochmals genau an. Was hat die Kurve nach unten ausschlagen lassen, was zeichnet die Spitzen aus? Wie war also die Situation im Job, als Sie totales Wohlbefinden und Spaß verspürt haben? Was haben Sie da gemacht? Wie war das Team? Warum vergeben Sie hier die maximalen Spaßfaktor-Punkte?

4. Realitätscheck und Ableiten eines Optimalbildes für die Zukunft

Wenn Sie nun die einzelnen Faktoren kennen, die Ihren Spaß sehr geschmälert bzw. auch sehr angeheizt haben, was heißt das nun für Ihren zukünftigen Fun-Faktor im Job? Hier benötigen wir noch einen Realitätscheck, bevor Sie sich diese Frage final beantworten. Manches Mal waren es in der Vergangenheit nämlich auch die Umstände, die uns entsprochen haben und die sich mittlerweile heute verändert haben. Ein Beispiel: Jede Menge Spaß machte es in der Vergangenheit, weil wir mit den KollegInnen viel unternommen haben, auch privat. Es war ein tolles Team und der Zusammenhalt war großartig. Mittlerweile sind Sie nur in einer anderen Lebensphase, das heißt, gemeinsame After-Work-Unternehmungen sind gar nicht mehr möglich. Hier gilt es zu überlegen, welche Voraussetzungen heute passend wären, damit Sie sich im Team wohlfühlen. Wenn Sie den Realitätscheck bei Ihren wichtigsten Stationen anwenden, dann erhalten Sie ein konkreteres Bild von dem, was Sie brauchen, um sich im Job wohlzufühlen.

Angenommen ich frage Sie bei unserem nächsten Treffen, was Sie brauchen, damit Sie Spaß und Freude auch in der Arbeit empfinden?

Das ist doch ganz klar, denken Sie jetzt vermutlich. Warum fangen Sie dann nicht gleich damit an, Schritt für Schritt Ihre positiven Gefühle und den Spaß wieder in Ihr Alltagsleben zu integrieren?

 

Herzlichst,

Marlies Pree-Moharitsch